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Blog der Jugendbibliothek Solingen

Lattenknaller – Männer wie wir (D, 2003)

Film von Sherry Hormann mit Maximilian Brückner, Dietmar Bär, Christian Berkel und einem durchweg toll besetzten und spielfreudigen Ensemble

Ecki spielt als Fußballtorwart beim FC Boldrup. Als herauskommt, dass er schwul ist, wird er aus der Mannschaft geworfen und ist tief enttäuscht von seinen Freunden. Wütend kündigt er an, in vier Wochen mit einem Homo-Team gegen seine alte Mannschaft antreten und sie vernichtend schlagen zu wollen. Es gibt nur ein Problem: er kennt keinen einzigen Schwulen und schon gar keinen, der Fußball spielt…

Enttäuscht von der Reaktion seiner Eltern zieht er zu seiner Schwester, die als Krankenschwester in Dortmund arbeitet. Dort im Krankenhaus lernt er Zivi Sven kennen, den Schwarm aller weiblichen Bediensteten. Sven ist auch schwul und die beiden verlieben sich sehr romantisch ineinander. Ein Mitspieler ist also schon gefunden, fehlen noch neun.

Auf seiner vergnüglichen Suche wird Ecki in Fußballkneipen vermöbelt, in Schwulenbars angebaggert und durchlebt allerlei kuriose Situationen. Es gelingt ihm tatsächlich, eine komplette Mannschaft zusammenzustellen und mit dem Training zu beginnen. Die bunte Truppe beinhaltet den schwulen Türken und den spätgeouteten Papi ebenso wie einige Lack- und Lederkerle, einen noch-nicht-geouteten Hardcore-BVB-Fan und einen Spezi, der sein Schwulsein vortäuscht, um mitspielen zu dürfen.

Bei einem vorzeitigen zufälligen Zusammentreffen mit den Spielern des FC Boldrup werden die ”Schwuletten” übel beschimpft und das geplante Spiel droht zu platzen. Zudem verleugnet Ecki seinen Freund Sven (“Das ist nur einer meiner Mitspieler”), der sich enttäuscht abwendet. Doch der Zusammenhalt im Team ist inzwischen so groß, dass die Spieler sich zusammenraufen und am Spieltag antreten – bis auf Sven. Sie nennen sich die “Lattenknaller” und laufen in (allerliebsten) rosa Trikots auf dem Platz auf.

Das Duell zieht zahlreiche Zuschauer in das kleine Dorf Boldrup, nur Eckis entsetzter Vater mag sich die öffentliche Blamage seines Sprösslings nicht antun. Ob er doch noch erscheint, ob es zu einer Versöhnung mit Sven kommt und, vor allem, wie das höchst vergnügliche Spiel ausgeht, wird nicht verraten!

Das war der erste Film, den ich im Jahr 2010 geguckt habe, und ganz sicher einer der besten, die ich in diesem Jahr anschauen werde. Ich bin ganz hingerissen und sehr berührt. Ich werde ihn auf jeden Fall nochmal gucken, weil mir bestimmt viele Details entgangen sind, die ich noch würdigen möchte.

Die Komödie spielt locker-flockig und respektlos mit allen denkbaren Klischees, hat viel Herz, Charme und auch Tiefgang, ohne gleich darin zu versinken. Besonders gut haben mir Maximilian Brückner als Ecki in Schwulitäten, Dietmar Bär als entsetzter Vater und Bäckermeister im Unterhemd, Christian Berkel als schwuler Vater, der sich nach seinem Sohn sehnt, der unentwegt Schwulenwitze erzählende Boldruper Opa und der Vater des Döner verkaufenden türkischen Spielers gefallen. Der Name des SM-Clubs ist auch ein Brüller. Eigentlich hat mir an dem Film alles gefallen und ich habe immer daran gedacht, wie viel Spaß die Schauspieler beim Dreh gehabt haben müssen. Da wäre ich wirklich gern dabei gewesen.

Der Film ist kein Lattenknaller, sondern ein astrein herausgespieltes Traumtor! :-)

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