“Mein Bruder ist ein Einzelkind” von Daniele Luchetti (Regie)
Bei dieser Romanverfilmung liegen Ernst und Komik sehr dicht nebeneinander. Elio Germano (genial!) spielt Accio Benassi, der sich von seiner Familie ständig zurückgesetzt fühlt: Immer werden sein älterer Bruder und seine Schwester vorgezogen. Allerdings ist Accio auch rotzfrech und lässt sich nichts gefallen. Sein großer Bruder Manrico ist ein echter Frauenschwarm, der sich von den Mädels im Italien der 60er Jahre als Arbeiterführer anhimmeln lässt. Im Gegenzug heuert Accio bei den Faschisten an und träumt von der Konterrevolution. Diane Fleri (total süß!) spielt Manricos Freundin Francesca, in die sich Accio, das schwarze Schaf der Familie, dann prompt verliebt.
Im Laufe der Zeit ändert der junge Mann allerdings seine politischen Ansichten. Der Kontakt zwischen den Brüdern bricht dabei nie ganz ab, bis Manrico zu dem Roten Brigaden geht.
Der Film verknüpft geschickt die Familiengeschichte der Brüder mit einem Rückblick auf die Politik und Gesellschaft Italiens.
Diese Verknüpfung ist spannend, gleichzeitig wird das typisch italienische Familienleben gezeigt. Das reizt zum Lachen, macht Spaß und wird dann gleich wieder politsch ernst. 5 Punkte für einen großartigen Film, der in der Jubi entliehen werden kann (empfohlen ab 14.)

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